Könnten wir einmal ein wenig mehr offline sein....

Ja - geht. Zum Beispiel mit Langeweile, verbunden mit Stille.


Wir könnten uns ganz bewusst für einen kleinen eigenen "Leerlauf" entscheiden - nicht jede Lücke in unserer Zeit muss ausgefüllt werden.

Und gerade in der so oft von uns (heimlich) ersehnten und von anderen Menschen gewünschten "besinnlichen" Advents- und Weihnachtszeit wäre eine Phase der Ruhe, der Passivität, des Faulenzens eine gute und sinnvolle Voraussetzung, unsere Batterien wieder aufzuladen und unserem Gehirn Erholung zu gönnen.

Das Faulenzen ist hier als Herausforderung an uns zu verstehen, Langeweile- und Stille-Erfahrung als wohltuend und erholsam zu erfahren.

Die Beschleunigung unseres Tuns bemerken wir erst dann, wenn der Stress zum Dauerzustand geworden ist. Das ständige Reagieren auf alles und jeden lässt uns erschöpfen und die Rastlosigkeit nimmt immer mehr zu - unserer Gesundheit ist das nicht zuträglich. Die Dauerberieselung durch alle möglichen Medien, die ständige Erreichbarkeit und nicht zuletzt vor allem die von uns selbst auferlegten wichtigen Erledigungen lassen es kaum zu, dass wir abschalten, innehalten und unser Tun reflektieren. Schon sind wir unausgeglichen, müde und schlafen nicht besonders gut, haben schlechte Laune und eine komische Leere im Kopf.

"........ jetzt müssen Plätzchen gebacken, Weihnachtsgeschenke besorgt, Festtagstermine organisiert und abgesprochen, Leckereien zum Fest eingekauft werden...... da müssen Termine für Weihnachtsmarkt-Treffen zeitlich eingeordnet werden, es steht die Firma-Jahresend-Feier an und eigentlich wollten wir dieses Jahr die Glückwünsche nicht per WhatsApp verschicken" und und und.......

Besinnlichkeit fühlt sich irgendwie anders an.


Dann ist jetzt wirklich Zeit für "Zwischendurch-Leerlauf": wir besinnen uns einmal bewusst auf Stille, Langeweile, Nichts-Tun, Abhängen, freuen uns, ohne schlechtes Gewissen zu haben, über die geschenkte Zeit, setzen neue Prioritäten und stellen fest, was nicht drängend ist und was wir eigentlich noch so alles weglassen können. Auch wird der Kopf wieder frei für Neues. Ab und zu jetzt den Leerlauf ausprobiert, schenken wir uns neue Kräfte und nebenbei immer etwas mehr an freie Zeit für uns selbst.

Am Anfang bemerken wir, dass wir es verlernt haben, diese Stille und innere Einkehr in unsere Gedanken, diese Langeweile auszuhalten, das gibt sich mit der Zeit. Stille lernen geht fast überall, einfacher natürlich bei einem einsamen Spaziergang in der Natur ohne Smartphone oder wenn man sich zuhause von jeglichen akustischen Reize für eine Zeit unabhängig macht. Und Langeweile wäre, wenn man von sich selbst keine Ergebnisse und durchgetaktete Zeiten erwartet und dies dann auch ganz vergnügt genießt.

Aus eigener Erfahrung kann ich Euch gerade jetzt vor den anstehenden Feiertagen ans Herz legen: Nehmt das Tempo raus und öffnet Euch einmal für den Müßiggang, dem Faulenzen, der Langeweile und lernt, die kleinen Oasen der Stille und Ruhe, die Ihr Euch gönnt, auszuhalten. Das hilft, entspannter zu werden, mit aufgeladenen frischen Ideen an die Dinge, die Euch wirklich wichtig sind und die Euch gut tun, heranzugehen und auf gestresste Mitmenschen gelassener zu reagieren.

Ach ja, und nach der Phase der Langeweile und der Gewinnung von neuen Erkenntnissen verteilt Ihr öfter manche anstehende Aufgabe einmal an Eure Mitmenschen - hier auch bitte ohne schlechtes Gewissen!


Ich wünsche Euch allen eine wunderbar ruhige, hoffentlich ab und zu herrlich langweilige, vor allem auch genussvolle Vor- und Weihnachtszeit mit tollen Ideen für ein entspanntes, gesundes und für uns alle friedliches NEUES JAHR!


Foto: Danke an Macy Petterson!






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